Erfolgreiche Erstbesteigung des Beyulkhang

   

Erfolgreiche Erstbesteigung öffnet eine neue Expeditionsroute im Khiraule/Mahakulung Gebiet

Im Herbst 2023 ist einem gemischten Team aus Sherpa und Bergsteigern aus Deutschland die Erstbesteigung des Beyulkhang (früher: Mujang Peak) 5.710 Meter im Expeditionsstil gelungen. Der Berg liegt im Makkalu-Barun Nationalpark in der Gemeinde Mahakulung im Distrikt Solu im Nordosten Nepals. Um 07:00 früh erreichten am 01. November 2023 fünf von acht Teammitgliedern den Gipfel nach sechs Stunden teilweise technisch schwieriger Eis- und Felskletterei vom Highcamp auf 5000 Meter Höhe.

Das Basecamp lag an dem größten der heiligen Mujang Seen in einem Hochtal auf rund 4500 Metern Höhe. Man folgt zunächst ca. eine Stunde dem Weg von Panch Phokari nach Kothe. Im letzten Abschnitt geht es über wegloses Gelände, teils mit Fixseilen gesichert über einige steile Gras- und Felsstufen. Die Gehzeit beträgt rund sieben Stunden von Panch Pokhari. In früherer Zeit war die Gegend um die Mujang Seen Almweide der Sherpa aus Lukla und Umgebung. Sie weideten im Sommer dort ihre Yaks und Schafe. Heute sind die Almen aufgegeben, von den Almhütten stehen nur noch vereinzelte Mauerreste. Nur noch wochenweise sind heute Schafhirten hier unterwegs.

Das Bergsteigerteam, zu dem eine 30köpfige Begleitmannschaft aus Trägern, Köchen und Basecampmanager gehörte, bezog für mehrere Tage Quartier im Basecamp. Die zum Bergsteigerteam gehörenden Mönche hielten in dieser Zeit eine Puja an den heiligen Seen, die Gruppe unternahm Akklimatisationstouren in der Umgebung und nutzte die Zeit zudem, um Fixseile zu verlegen.

Das Highcamp lag gut eine Wegstunde vom Gletscherrand entfernt auf einer Felsstufe und wird über wegloses, teilweise steinschlaggefährdetes, Gelände erreicht.  Der Weg führt vom Basecamp hoch auf eine große Moräne und folgt deren Grat aufwärts. Im letzten Stück wird über loses Gestein Richtung Gletscherrand gequert. Vom Highcamp erfolgte zunächst ein kurzer Abstieg über Felsen zum Gletscherrand. Über Schnee und Eis mit ca. 45 Grad Steilheit verläuft der Aufstieg zu einem Schneesattel, den sieben der acht Teilnehmer in gut zwei Stunden ab Betreten des Gletschers erreichten. Über spaltenreiches Gelände steigt der Weg vom Sattel sanft zu einem Punkt in der Falllinie des Gipfels an. In Steileiskletterei verläuft der Weg von dort auf einen markanten Schneesattel unterhalb des Gipfels. Über eine kleine Eisrinne wird vom obersten Punkt des Schneesattels der Felsaufbau unterhalb des Gipfels erreicht. Mit Felskletterei im Schwierigkeitsgrad 4 + über glatte, teils vereiste Felswände quert der Weg unterhalb des Gipfels zu einer Rinne am südlichen Rand, kehrt dann in die Falllinie des Gipfels zurück und erreicht über loses Gestein und im obersten Teil ein Schneefeld am nördlichen Rand den Gipfel. Für das letzte Stück benötigte die Gruppe zwei Stunden ab Erreichen des oberen Schneesattels.

Der Abstieg erfolgte über die selbe Route in ca. sechs Stunden bis zum Highcamp und weiteren vier Stunden bis zum Basecamp.

Vom Gipfel konnten wir u.a. folgende Berge der näheren und weiteren Umgebung sehen: Naulek Peak, Mera Peak, Everest, Chamlang, Makalu, Kumbhakarna, Kanchenjunga.

Das Wetter war am Morgen des Gipfelaufstiegs wolkenlos mit zunächst nur wenigen Minusgraden im Highcamp. Ab dem ersten Schneesattel war es sehr kalt, ca. Minus 15 Grad, am Gipfel zunehmend bewölkt, windig und ca. Minus 25. Grad kalt.

Die Erstbesteiger waren: Lama Babu Sherpa, Phurba Tenjee Sherpa (beide aus Khiraule/Cherem), Sid Zimmermann(Bonn), Benedikt-Sonam Schulze (Berlin)und Namgel Sherpa (Khiraule/Bonn).

Mit der Besteigung erhielt der Berg einen Namen. Bisher war er auf Karten als Mujang Peak verzeichnet, was allerdings kein eigenständiger Name war, sondern lediglich die Bezeichnung der unterhalb des Berges liegenden Alm. Der jetzige Name „Beyul Khang“ bedeutet „heiliger verborgener Berg“ und spielt auf die in der buddhistischen Tradition bekannten heiligen verborgenen Orte (Beyul) an, in denen Teile der Lehre des Buddhismus aufbewahrt werden, bis die Zeit gekommen ist, in der sie von einem Schatzsucher (Tertön) entdeckt werden.

Die Erstbesteigung soll den Weg für weitere Touren in der bisher nur wenig erschlossenen Gegend ebenen, um einerseits Besuchern einen unverfälschten Eindruck von dem Land und der Kultur der Menschen im Unteren Solukhumbu, abseits der bekannten Touristenpfade, zu vermitteln. Andererseits soll sie den Menschen vor Ort faire Verdienstmöglichkeiten durch einen sanften Tourismus eröffnen. Die Tour wurde dementsprechend auf Bitten der Gemeinde von  Khiraule, dem Ausgangspunkt der Expedition, durchgeführt.

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